Willkommen in Tina's Privé - dem Alltags-Blog

Der Alltag ist unser bester Freund, er lässt uns am wirklichen Leben teilhaben und überrascht uns immer wieder mit wunderbaren Gegebenheiten, die es verdienen, dass man über sie schreibt. Als ich im Januar 2016 meinen ersten Blog veröffentlicht habe, verschrieb ich mich anfänglich meiner beruflichen Leidenschaft. Die Gastronomie – ach – da gibt es so viele Themen und Anekdoten und schon nur aus meiner Erfahrung könnte ich hunderte von Erlebnissen zu Papier bringen.

 

Doch, Hand aufs Herz, was sollte ich noch darüber schreiben, das nicht schon geschrieben wurde? Da fühle ich mich im Alltag viel besser aufgehoben. Also fahre ich weiter mit meinen Alltagsgeschichten und ja, ich freue mich über Kommentare, SMS, E-Mails oder auch über Postkarten.

Vertrauen

Früher in den 90ern gab es eine Arztserie und die hiess «Dr. Frank». Das wäre an sich noch nicht so spektakulär, aber der Untertitel schlägt im Jahr 2020 alles ...: Der Arzt, dem die Frauen vertrauen. Ich habe mir nachmittags oft die Wiederholungen reingezogen, in der Zimmerstunde in meinen aktiven Hotelzeiten. Ja, damals gab es eine Pause, die hiess Zimmerstunde. Darunter kann man sich nun ebenfalls im Jahr 2020 vorstellen was man will. Die Namen sind bereits in den ersten vier Sätzen Programm.

 

Vertrauen ist so eine Sache. Täglich, in einem mehr oder weniger normalen Alltag, sind wir auf das Vertrauen anderer Menschen angewiesen und umgekehrt. Ich bin darauf angewiesen, dass mich der Tramführer sicher in die Stadt bringt. Ich vertraue ihm oder ihr (mittlerweile gibt es nämlich auch Tramführerinnen) blind, ich kann gar nicht anders, ich muss vertrauen, sonst kann ich gleich zu Fuss gehen. Momentan vertraue ich vielen Mittramfahrer*innen, sie tragen wie ich Maske, ich vertraue ihnen, dass sie sich an die Regeln halten. Und wenn ich so richtig nachdenke, muss ich sagen, ich oder wir sind alltagsbedingt voller Vertrauen. 

 

Im Schweizer Fernsehen gab es eine Sommerserie, die in der ersten Sendung nachforschte, ob Geld glücklich mache. Dieser Primeur (über’s Geld) war mehr als ein Flop. Am Ende wurde die zweite Sendung angekündigt: Eine Diskussion darüber, ob Kinder glücklich machen. Seither kenne ich übrigens den Ausdruck «kinderfrei». Erst bei der Ankündigung dieser Kindersendung wurde mir klar: Diese Sendung war ein Affront gegenüber den Menschen, die kein Geld haben. Es ist nämlich nicht damit getan, einem Einsiedler, der im Kanderbachbett lebt, interessiert zuzuhören. Oder damit, beim Millionär im Garten zu sitzen und umgeben von Ponys über Geld bzw. ob Geld glücklich macht zu diskutieren. Gespannt sah ich der Sendung entgegen, ob Kinder glücklich machen. Und jetzt ist die Versuchung wirklich gross, diese Sendung zu zerlegen in alle Einzelteile. Das Eis, auf dem sich SF bewegte, war sehr sehr dünn. Da nützt auch eine 1.50-Moderatorin mit Vorschusslorbeeren nichts.

 

Während dieser Sendung wurde mir bewusst, wie wichtig im Leben das Selbstvertrauen ist. Es ist nicht das Geld, das glücklich oder unglücklich macht. Es ist das Vertrauen. Kann ich meinem Kunden vertrauen, dass er meine Rechnung zahlt? Kann der Kunde mir vertrauen, dass ich meinen Auftrag ehrlich und aufrichtig ausführe. Und ich kann diesen Auftrag nur ausführen, wenn mein Selbstvertrauen stimmt, wenn ich mich wohl fühle und nicht überfordert. Zugegeben, ich kann mich glücklich schätzen, mein Selbstvertrauen stimmt. Ich habe mich in den letzten Jahren immer sehr wohl gefühlt in mir und um mich. Ich vertraue mir ¬– ich vertraue mir, meinen Mitarbeiter*innen Vertrauen zu schenken, meinen Geschäftspartner*innen, meinen Freund*innen, Kolleg*innen etc. und meiner Familie. Wir tun es tagtäglich, Vertrauen schenken und sehr selten sprechen wir es laut aus. Wann habt ihr zum letzten Mal einem Mitmenschen gesagt: «Ich habe grosses Vertrauen in dich.» Zugegeben, diese Aussage kann auch Druck auswirken. Dennoch finde ich, Vertrauen ist eine grossartige Sache, es ist ein Zeichen der Aufrichtigkeit. Misstrauen erleben wir zu oft und es ist so sichtbar und manchmal sind wir dem Misstrauen ohnmächtig ausgesetzt. Wenn ich da an ein paar Weltpolitiker denke, löst dies eher Misstrauen aus als Vertrauen. Und wir, wir können fast nichts tun gegen diese Ohnmacht, wir sind ihr ausgesetzt. 

 

Umso wichtiger ist es, Vertrauen auszusprechen und Vertrauen zu leben, es macht so vieles einfacher und schlussendlich denke ich auch, Vertrauen macht wirklich glücklich. 

 

Ja, ich vertraue.

 

Bravo - in jeder Hinsicht

Letzthin hat mich eine gute Freundin spontan besucht und wir haben einen schönen Sommerabend auf dem Balkon verbracht. Zu fortgeschrittener Roséstunde fanden wir uns im Thema Aufklärung wieder. Meine Freundin hat eine Tochter in einem schwierigen Alter. Ich habe mittlerweile gelernt, Kinder sind immer in einem schwierigen Alter – eine gute Erkenntnis als kinderfrei. Man sagt ja heute kinderfrei, nicht kinderlos. Mir gefällt kinderfrei besser als kinderlos; «frei» beschreibt es nämlich sehr treffend. Item. Also erzählte meine Freundin vom Versuch, sich ihrer Tochter anzunähern in Sachen Aufklärung – weil die jungen Mädchen immer früher reifer werden, also frühreif. Die Tochter hat natürlich abgeblockt, somit hat Mutter ein Buch gekauft und Tochter den Schinken gegeben mit dem gutgemeinten Angebot «wenn du Fragen hast...». Was die Mutter und das Kind wissen: Nein; wenn ich Fragen habe, dann gehe ich mit diesen Fragen sicher nicht zur Mutter. Als ich laut gelacht habe, fragte mich die Freundin: «Tina, hast du mit deiner Mutter darüber gesprochen?» Nein. Meine Freundin auch nicht, sie sagte: «Mich hat Bravo aufgeklärt.»


Und dann kamen wir zu noch weiter fortgeschrittener Roséstunde ins Schwärmen zum Thema Bravo. Die Fragen überschlugen sich. Gibt es Bravo noch? Und was hat man als erstes gelesen im Bravo? Ich schreibe extra nicht «in der Bravo» – das ist so Deutsch. Wir haben schliesslich immer «das» Bravo gesagt. Der Umgang mit Bravo war zu unserer Jugendzeit sehr modern, wir haben nämlich Bravo geteilt. Eine kaufte es und drei haben es gelesen. Sharing is caring ... jaja. Ausser beim Starschnitt, das war dann so eine Sache. Wir teilten uns also Bravo und je nach Starschnitt mussten wir dann Federn lassen. Paul Young, Shakin Stevens (in weissem Anzug und Schuhen), Kajagoogoo und Nena habe ich meinen Gspändlis überlassen. ABER, bei Jennifer Beals hörte meine Grosszügigkeit auf. Jennifer Beals habe ich mir gekrallt und zwar ohne Rücksicht. Ah, da kam mein Kämpferwille zum Vorschein. Da kenne ich nichts, Jennifer Beals gehörte mir. Und mit L-Word hatten Jennifer Beals und ich ein grossartiges Revival.


Als ich zufällig entdeckt hatte, dass der Film Flashdance zu später Stunde auf dem welschen TV ausgestrahlt wurde, habe ich diesen Film mit dem Videogerät aufgenommen. Ich habe mir in der Migros extra eine Kassette gekauft für diesen Film. Nicht etwa, dass mein Vater Flashdance noch mit einem Derrick überspielte. Und dann wurde dieser Film geschaut und zwar nicht zehn Mal, nein, gefühlte hundert Mal. Ich kenne Flashdance in- und auswendig und zwar auf Französisch. Als ich Jahre später den Film in Originalfassung sah, immer noch fasziniert von Jennifer Beals, passte die Sprache irgendwie nicht in mein Flashweltbild. Somit ist in meiner Jugenderinnerung Flashdance in Französisch abgespeichert.


Ja und nun also noch zum Schluss zurück zum Anfang der Geschichte. Das Dr. Sommer Team. Ich bin überzeugt, das Team Dr. Sommer kennen alle, die das Bravo gelesen haben. Die Probleme sind immer noch die gleichen und die Lösungen auch. Es ist immer noch der gleiche Eiertanz um die gleichen Themen und das ist egal, ob wir 11, 12, 15 oder 25 sind. Alleine die Erfahrung macht es vielleicht ein bisschen erträglicher, wenn nicht auch noch enttäuschender. Schon wieder reingefallen und das mit notabene 40 oder was auch immer. Wer kümmert sich eigentlich um die Erwachsenen? Dr. Google? Nein. Blick? Nein. Ja wer denn? Wir rennen in die offenen Arme eines Coachs, ja, das sind unsere persönlichen Dr. Sommers. So ist das halt, ein bisschen teurer als das Bravo halt. Aber die Erfahrung hat uns doch auch ein bisschen reicher gemacht.
Die Tochter meiner Freundin ist mein Gottemeitschi. Zu fortgeschrittenster Roséstunde sagte die Mutter zu mir: «Also eigentlich hat man bei solchen Fragen auch ein Gotti, oder?» Ich nickte und dachte mir, eigentlich würde es mich sogar freuen, wenn sie zu mir kommt. Zu mir, Gotti Tina Sommer.


So geht das. BRAVO.

Ganz normal

Als ich letzthin mit einer Kollegin telefonierte, erzählte sie mir von einer Begegnung, die sie hatte und am Ende der Geschichte sagte sie: «Das ist doch nicht normal.» Und ich bediene mich auch oft an diesem «das ist doch nicht normal».
Aber wenn es dann normal ist, dann ist man nahe am Bünzlitum oder einfach so Durchschnitt und wer will schon Bünzli sein oder Durchschnitt? Wir wollen ja speziell sein oder temperamentvoll oder offen oder was auch immer. Einfach so ein bisschen «obenaus».

 

Wer sich eine violette Strähne beim Coiffeur machen lässt, höre ich sagen «ich mag es peppig» und dann rolle ich innerlich mit den Augen. Eine nachgeschobene Entschuldigung für eine violette Strähne? Ist eine violette, rote oder was-auch-immer Strähne wirklich aufpeppend? Geht es nun um den persönlichen Stil oder geht es darum, ein bisschen den nach-50-Aufstand zu erproben? Früher trugen die Seniorinnen den Violettstich mit Würde – schön frisiert und wohlriechend nach Haarspray. Früher sagte man auch «Festiger» und nicht Haarspray, da war nichts von peppig oder so. Es gehörte zu einer Dame.
Ist ein Tattoo normal? Heute ja, denn heute gehört ein Tattoo dazu. Es wird mit einem Statement in Verbindung gebracht und mittlerweile sind es Kunstwerke und Stories. Zu meiner Jugendzeit gab es die Sünden – das Geweih zwischen Hintern und Rücken, ach ich meine das Arschgeweih, oder der Schmetterling am Fussgelenk. Noch ein bisschen mini und so, nicht auffallen und immer noch im Rahmen des Normalen bleiben. Mittlerweile liest man ganze Geschichten an den Armen, Rücken oder Beinen. Wäre ich nicht so ein Schisser, hätte ich es wahrscheinlich auch, aber eben.


Ferienziele können auch so normal sein oder bünzlig. Als ich vor zehn Jahren bei meiner Mutter Hawaii als mein nächstes Ferienziel angab, schaute sie mich an und meinte dann etwas lakonisch: «nicht schlecht …». Und als ich dann etwa zwei Jahre später als Ferienziel Kärnten angab, lachte sie sogar und kommentierte mein Ferienziel als: «Also das ist jetzt auch nicht gerade was Grossartiges.» Klar, der Wörthersee ist im Vergleich zu Hawaii nicht die grosse Welt und tatsächlich etwas bünzlig, aber ich bin ein Bünzli. Bin ich also normal, weil ich keine violette Strähne habe, weil ich kein Tattoo trage und ich im Tessin meine Ferien verbringe? Dann wäre ich ja eine perfekte Weltbürgerin, nämlich normal.


Ich mache mir oft zu viele Gedanken um das so genannte Auffallen. Und manchmal schiele ich vielleicht ein bisschen neidisch auf die, die noch auffallen und mal gehörig auf den Putz hauen. Zu viele Gedanken um «ich kann doch nicht, sonst ...» – ja was und sonst? Dann wäre es eben so. Ich bin ja nur eine kleine Traube im grossen Fass. So wichtig sind wir alle nicht, um mal einfach so aufzufallen, sich ein Tattoo stechen lassen und es einfach mal zu tun. Normal zu sein tut nicht weh, darum gibt es ja so viele, die normal sind und schlussendlich ist es nur eine Ermessensfrage, weil wir es ja für uns beurteilen.


Ich denke, die violette Strähne wäre ganz schön beleidigt, wenn ich ihr sagen würde: «Eigentlich bist du normal, es ist nur die Strähne, die peppig ist.»


Voilà. Isch doch so.

Gastblog von Rita Scheurer

Öpfurösti oder 7 Zutaten für eine Freundschaft


Freundschaft ist das Wichtigste im Leben. Liebesbeziehungen halten nicht immer 50 Jahre. Die Gesundheit und das Vermögen können wanken. Freundschaften bleiben in guten und schlechten Zeiten, wenn sie gut gepflegt werden. Es gibt eine Menge Zutaten für eine gute Freundschaft. Es kommt immer auf die Menge an. Zuviel oder zuwenig, kann die Beziehung ruinieren oder ungeniessbar machen.
Sieben Zutaten die einer Freundschaft guttun:

 
1. Gemeinsamkeiten
Gemeinsame Lieblingsspeise aus Mutters alten Rezepten wie zum Beispiel Öpfurösti. Wer sie nicht kennt: hier ist das Rezept. Trockenes Brot oder Zopf in kleine Würfel schneiden. Viel Butter in die Bratpfanne. Die Würfel anbraten, bis sie knusprig sind. Äpfel in Schnitze schneiden und weichkochen. Brot und Äpfel mischen, Zucker und Zimt darüber streuen. Fertig.


2. Geniessen
Wer geniessen kann, hat viel zu erzählen. Und Achtung dann hören alle zu. Dazu braucht es keinen teurer Amarone. Es geht auch mit einem guten Tessiner Merlot. Es sind Momente in einem Tessiner Grotto und das Zusammensein mit Freunden. Die Ruhe auf dem Lago Maggiore im Boot. Das Geburtstagsfest mit feinen Häppchen.


3. Diskussionen
Diskussionen über Gott und die Welt. Man kann sich gemeinsam über ein schlechtes Spiel der Young Boys ärgern. Es darf ruhig auch hitzig werden. Niemals soll der Anspruch sein, sich einig zu werden. Leben und leben lassen ist die Devise.


4. Es darf auch mal krachen
Ja klar, es gibt Reizthemen …. Bei Freundinnen, die man etwas besser kennt, sieht man die innere Temperatur steigen. Vielleicht ist es der Blick oder die beherrschte Ruhe. Und wenn wir jetzt das Thema nicht wechseln - dann passierts.


5. Auch in schlechten Zeiten
Stellen wir uns vor, es geht uns echt schlecht. Die Mutter können wir nicht mehr anrufen, dazu sind wir zu alt. Wenn auch vielbeschäftigt: Freundinnen sind da, wenn man sie braucht. Das Schönste ist, wenn wir so richtig gemeinsam klagen können.


6. Arbeiten ist nicht nur ein Müssen
Freunde die dazu stehen, dass sie gerne arbeiten haben Geschichten zu erzählen. Vielleicht auch solche ohne Happy End. Oder solche aus längst vergangenen Zeiten in einem bekannten Hotel mit grossen Chefs. Doch eines ist sicher, es braucht auch eine grosse Verschwiegenheit, denn alle kennen die grossen Chefs.


7. Zusammen älter werden
Weisst du noch damals als wir.... Je länger die Freundschaft dauert, desto mehr gemeinsame Erinnerungen gibt es. Ein kleiner Wermutstropfen: wir werden alle älter. Das Gute ist, wenn man zusammen darüber lachen kann.

 

Autorin: Rita Scheurer ist Erwachsenenbildnerin, Coach und Bloggerin. Mit dem Blog lernen heisst lebendig sein bringt sie ein Stück Leichtigkeit in den Alltag. https://scheurer-coaching.ch/

Helden

In der momentanen Krise haben wir es wieder mit dem Heldentum. Wir, die Gesellschaft, brauchen offenbar ein Heldenbild, damit wir bewundernd applaudieren. Je nach Lebenssituation und Weltbild verändert sich das Heldentum immer wieder.

 

Einmal sind es Skirennsportler, die sich heldenhaft einen vereisten Hang hinunterstürzen und im Ziel flippt die Menge aus, wenn die Helden die Arme des Erfolgs hochreissen. Gut, momentan ist es grad nicht so berauschend mit der Lage am Lauberhorn, aber die Walliser werden es uns Berner Oberländern schon noch zeigen, wie man heldenhaft eine Abfahrt vermarktet. Da mache ich mir keine Sorgen. Oder der Fussballer, der es schafft, mit einem heldenhaften Tor eine Mannschaft zum Weltmeister zu schiessen und Jahre später wird dieser Held zum Noname und vom gelben Club zu einem weniger leuchtenden Club verscherbelt. Er, der Held, der mal Deutschland zum Weltmeister kickte. Oder ein Staatsmann, der den kalten Krieg beendet hat – ein Held für den vorübergehenden Weltfrieden. Helden halt. Es gibt natürlich auch Heldinnen, die sind vielleicht nicht so imposant, brüllen nicht so laut, aber es gibt sie. Das sind stille Ameisen, Soldatinnen, Bienen. Ich muss das nicht weiter ausführen, die die mich zwischen den Zeilen lesen, verstehen mich und die anderen haben immer noch das gleiche Bild der Helden. Früher applaudierte man sogar, wenn ein Pilot die Maschine ohne grosses Rumpeln landete. Es ist ihre Arbeit und dafür beziehen sie Lohn. Lassen wir uns also nicht von gutsitzenden Uniformen mit dicken goldenen Streifen auf den Schultern blenden.


Momentan – und ich bin überzeugt, es ist momentan – sind ja die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens die Heldinnen und Helden. Die, die sich dem Schwur hingeben und in den Krieg des Bösen ziehen müssen – angezogen als würden sie gleich auf den Mars geschickt für Mission Impossible. Ich mache mich nicht lustig, ich stelle nur fest, das möchte ich betont haben. Wir stellten uns auf den Balkon und applaudierten und hatten Tränen in den Augen vor lauter Dankbarkeit. Und das wars dann schon. Meine Heldinnen in dieser Mission sind jedoch die, welche nun für die Rechte und Lohngleichheit dieser Menschen kämpfen. Die nicht aufgeben ihrer Berufung nachzugehen und nun diese Fläche nutzen um aufzuzeigen, wie es wirklich ist. Was nützt ihnen ein Händeschütteln unseres obersten Gesundheitsministers, wenn sie völlig übermüdet und geschafft nach Hause kommen und der Kühlschrank leer ist, weil sie einfach nicht dazu gekommen sind einzukaufen.


Ich habe es nicht so mit den Helden und Heldinnen. Wahrscheinlich altersbedingt und da kinderlos, habe ich auch keine Vorbilder und muss auch selber keines sein. Aber wenn ich kurz innehalte und überlege, was denn für mich so eine Heldin oder einen Helden ausmacht, dann kommen mir spontan die Menschen in den Sinn, die den Alltag am Laufen halten. Ein Mechanikerteam des TCS, ein LKW- Fahrer, der einem hilft die Schneeketten zu montieren – einfach so. Oder der Schneepflugfahrer, der einfach so ein bisschen mehr ausschert, damit der Platz vor dem Haus nicht extra geräumt werden muss. Der Pösteler, der einem das Paket ins Büro stellt, weil es so schwer ist. Es sind die kleinen, alltäglichen und fürsorglichen Gesten, die mich berühren. Und so will ich diesen Menschen auch begegnen – aufrichtig und auf Augenhöhe. Nicht anhimmeln, sondern einfach mal auch sagen, wie sehr man ihre Arbeit schätzt. Ein liebes Wort ist manchmal mehr wert als schallender Applaus vom Balkon.


So sieht mein Heldentum aus.

Siegerin oder faire Verliererin

Ich mag Spiele oder Situationen, in denen es nur Sieger gibt oder dann nur Verlierer. Als Kind konnte ich nie verlieren. Mein Bruder Alex (Thronfolge 3) zockte mich im Monopoly dermassen ab und mir blieb immer die Niederlage. Wenn wir en famille «Eile mit Weile» gespielt haben oder noch besser die deutsche Bezeichnung «Mensch ärgere dich nicht» und ich verlor, ja dann ... dann war es durchaus möglich, dass ich aus lauter Wut den Karton inklusive Töggeli quer durch die Wohnung geworfen habe. Meine Kopffarbe wechselte in ein feuriges Rot und ich war kaum mehr zu bremsen. Ja, ich gebe es zu, dieses Outing ist nun wirklich nicht so schmeichelhaft: Ich bin zwar älter geworden, aber der Umgang mit der Niederlage ist nach wie vor ein Thema.


Der Wettbewerb und das Spiel sind für mich die pure Herausforderung. Wenn ich statt des Auftrags die Absage bekomme, werde ich ehrlich gesagt noch heute einfach nur sauer. Letzten Samstag hat mich auf meiner Joggingrunde eine Frau überholt – die war grauer und hat mich überholt. Wenn mich eine 30- oder 40-jährige Frau überholt, kann ich damit leben. Aber eine die grauer und nach meiner Rechnung älter ist als ich? Nein, das geht nicht, und dann habe ich aber meinen Rücken mal durchgestreckt und trabte hinterher, das wollte ich dann doch nicht auf mir ruhen lassen. Zum Glück ist sie abgebogen, sonst wäre ich noch heute im Sauerstoffzelt. Das sind so persönliche, kleine Niederlagen. Aber dann gibt es noch eine Niederlage, in der ich als ganz schlechte Verliererin hervorgehe.


Das ist die Niederlage, die man hätte verhindern können. Man stelle sich vor, man hat an einem Projekt gearbeitet, hatte die Idee dazu und ganz viel Herzblut investiert. Da waren Momente, in denen man andere Menschen in das Projekt einweihte, die dann begeistert in die Hände klatschten und von denen man jedoch auch Wochen später nichts mehr hört. Aber der Moment war schön, der Moment als sie in die Hände geklatscht haben und man das Gefühl hatte: Jetzt gleich kommt es zum Durchbruch! Man konnte durch Enthusiasmus und Worte überzeugen. Und als wäre die indirekte Absage – das Sich-nicht-mehr-Melden – nicht genug. Ja, es gibt die Steigerung dazu. Dann nämlich, wenn ein paar Jahre später das gleiche Projekt hochgefahren wird mit Leuten, die man für das eigene Projekt gewinnen und begeistern wollte. Und in diesen Momenten der Wahrheit spüre ich das Kind in mir und den Wunsch, das Spiel quer durch die Wohnung zu schleudern. Der Moment, wenn die Enttäuschung Überhand gewinnt. Ich habe dann keine Lust auf eine sachliche Analyse warum und wieso, nein, da habe ich einfach nur den Wunsch, mal richtig auszuflippen und einfach mal all meinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Und das sind dann die wirklichen Niederlagen, die einfach nicht mehr aufzuhalten sind. Da nützen im ersten Moment keine Zusprüche und gut gemeinte Ratschläge. Für mich persönlich reicht es nicht, eine Nacht darüber zu schlafen, da sitzt der Stachel ganz tief drin. So geschehen diese Tage.


Aber! Jetzt gilt es eben wirklich den Rücken durchzustrecken, Kräfte und Energien aufzubauen und sich einfach nicht unterkriegen zu lassen. Aus Niederlagen gehen die besten Sieger hervor. Die momentane Zeit erlaubt es uns darüber nachzudenken, als was wir denn aus dieser Niederlage hervorgehen wollen. Natürlich als Sieger oder aber als faire Verlierer. Die Hand zu reichen als Verlierer macht uns vermutlich stärker und selbstbewusster.
Beim Monopoly mit Alex habe ich gelernt, du musst einfach die Bank übernehmen, dann kann dir nichts passieren. Lernen, mit dem Spiel umzugehen und die Hintergründe zu kennen. Und so schnell lasse ich mich nicht mehr überholen, ob grauer oder verspielter, das ist ein Versprechen an mich selber.


Die Erkenntnis: Ich bin eine schlechte Verliererin, aber ich liebe das Spiel.

Das Bier und ich – ein Still-Leben

Mit diesem Bier verband mich bis anhin so manch schöne und unvergessliche Partynacht. Wir fanden es schon wahnsinnig cool, ein Corona zu trinken. Mit einem frechen Limettenschnitz, den man gekonnt drehte, in die Flasche drückte, diese wiederum umdrehte und es schaffte, dass das Bier nicht überschäumte. Ja, dies machte eine wahre Partyheldin in den 90er Jahren aus. Als ich vor mehr als zehn Jahren auf Cape Code war, tranken wir jeden Abend ein paar Coronas – und wieder eine gute Erinnerung mehr an dieses Bier. Und diese guten Erinnerungen will ich behalten und wieder einmal ein Corona trinken. Es ist ja nur der Name, oder?


Bis vor ein paar Wochen haben wir noch Witze gemacht und dafür musste das Bier auch hinhalten. Flach waren sie, die Witze und flach bleiben sie. Wir müssen nun vernünftig sein, schwierig für den Grossteil einer Gesellschaft, die bis anhin keine Grenzen der Vernunft kannte. Da banden wir den Senioren Schrittmacher um das Handgelenk und hielten sie an, mindestens 10‘000 Schritte pro Tag zu machen. Wir motivierten sie, durch die Wälder zu streifen und die Pace dank moderner Wanderstöcke zu erhöhen. Die Jungen schickten wir easyjet sei Dank nach Barcelona in den Ausgang und nach London Jeans shoppen und wir trieben sie an, in vollen Clubs sich dem Beat hinzugeben und das Leben zu geniessen. Den Franken laufen lassen, die Dollars, Euros, Pfunds unter die Leute zu bringen. Alles aufzunehmen und zu posten, Vlogs zu machen und sich fröhlich und unbeschwert zu zeigen. Den puren Genuss zelebrieren. Und dann – die ultimative Freiheitsberaubung – zwar Empfehlungen von der Regierung – dennoch? Wirklich wir?


Das stille Leben hat auch seine Gründe, die Welt hat uns mitten ins Gesicht geschlagen. Das Grinsen des prallen Lebens ist uns nun vergangen. Niemand weiss, wie lange wir praktisch stillstehen, vielleicht wissen wir auch nicht, wie wir mit diesem Stillstand umgehen sollen, müssen uns erst sammeln und sortieren.
Ich auch, ich musste mich sammeln und sortieren. Meine Tage waren immer so durchorganisiert und alles stand mir zur Verfügung. Dann die Hektik vor dem Stillstand – und auf einmal ist es still. Am Himmel ist es richtig easy, in den Strassen ist es still und unheimlich. Damit müssen wir nun umgehen und wir müssen hinsehen und umsehen. Es gibt auch im Stillstand viel zu beobachten, zu tun und vor allem sind wir unserer Freiheit noch lange nicht beraubt, aber der Lebensrausch wurde nun jäh unterbrochen.


Wir sind richtige Jammerlappen geworden, dabei stehen uns Dinge zur Verfügung, die ein stilles Leben nicht einsam machen. Wir sehen uns am Telefon, wir können noch Spaziergänge machen, wir können endlos in voller Freiheit telefonieren und uns E-Mails schreiben. Wir können uns immer noch aufregen über Menschen, die Toilettenpapier kaufen oder Hamsterkäufe tätigen. Wir haben keinen Krieg – aber wir haben eine Krise und die gilt es auszustehen.
Mit oder ohne Corona – ich sehne mich nach einer lauen Sommernacht mit einem Bier und einem stillen Augenblick im Leben.
Stay strong!

Für alle........

Beziehungen sind ja an sich schon sehr kompliziert; aber mit all diesen verschiedenen Sexualitäten ist das Leben nicht nur vielfältiger, nein, es ist auch komplizierter geworden. Kaum wird ein neues Gesetz angenommen und es wird vor Freude getanzt, wird gleich nachgelegt und zwar nicht Brikett für Brikett, neinnein, da wird Öl ins Feuer geschüttet. Also ganz schön aufmüpfig, wie diese Homos, Trans und weiss-der-Himmel-was-alles hochstehen. Nach Antidiskriminierung kommt nun die «Ehe für alle». Gewisse Parteien kommen ganz schön in Bedrängnis und sprechen davon, das Fuder sei nun schon etwas überladen und überhaupt, also jetzt müsse man schon mal bremsen. Da bekommen die ihr Diskriminierungsgesetz und Stammtischwitze können nun bestraft werden und dann wollen die keinen Tag später die Ehe für alle. Und dann, so die weise Voraussicht, kommen Samenspenden und Adoptieren für alle. Nicht auszudenken, oder? Ein riesiges Durcheinander und das für alle.


Ich frage euch, liebe Blogfreunde. Wo kommen wir denn da hin? «Für alle» geht nicht, das ist einfach nicht möglich. Jetzt haben wir seit tausenden von Jahren dieses Privileg für die Heteros, weil das ist die Form, die gelebt wird und an die wir gewöhnt sind. Und jetzt auf einmal soll das für ALLE gelten. Das wäre ja gleich wie Essen für alle, Wasser für alle, Hunger für alle, Tiere für alle, Arbeit für alle usw. So geht es nun wirklich nicht, es braucht schon eine gewisse Linie, sonst gibt es ein Durcheinander und überhaupt, wenn die Ehe für alle kommt, dann sind Kinder für alle auch nicht mehr weit. Weil die Präsidentin meiner Lieblingspartei, der EVP, hat das schon im Herbst vorausgesagt. Nach der «Ehe für alle» komme «Kinder für alle» und das geht nun wirklich nicht.


Und da frage ich mich immer wieder, was löst diese Ehe für alle für Ängste aus? Was genau soll daran falsch sein? Wir profitieren doch ALLE davon. Die Kirche, die Hotellerie & Gastronomie, die Zuckerbäcker, die Blumengeschäfte und die Kleiderindustrie. Und die Gesellschaft? Die Gesellschaft kann in einer Zeit von Grössenwahn und Egoismus ein FÜR ALLE sehr gut vertragen. Nun müssen sich gewisse politischen Parteien an ihr Wahlversprechen halten und für alle kämpfen. Es wird nicht weh tun, sich für einmal für die einzusetzen, für die nicht das Gleiche und alles gilt. Für die, die sich so vieles erkämpfen müssen für ihre Community und ihre Rechte. Das ist für alle und wenn wir dann soweit sind, können wir für die Scheidung für alle kämpfen.

Gleichstellung heisst für mich nicht nur, Mann und Frau verdienen gleich viel Geld für die gleiche Arbeit, sondern Gleichstellung bedeutet für mich das Gleiche für alle bitte. Und das mal zwei.

 

Merci bien une schöne Tag. Für alle.


Ds nächste Thema bitte.

Die Hoteldirektorin

In meiner aktiven Zeit als junge und unbeschwerte Réceptionistin gab es den allgegenwärtigen und umtriebigen Hoteldirektor. Er war der Chef und so wurde er von den Gästen wahrgenommen; als ein gut gekleideter Direktor mit Kravattennadel, der alles im Griff hatte. Er drehte seine Runden tagein und tagaus. Kümmerte sich um die Gäste und um die Mitarbeiter. Er war eigentlich für alles verantwortlich vom Haus bis zum Marketing, er organisierte Kadersitzungen und eröffnete Saison für Saison den Betrieb. Und passend zu seinem erfolgreichen Status war er verheiratet. Mit der Hoteldirektorin. Die wurde vielfach den Gästen als die Frau des Direktors vorgestellt. Ich habe diverse «Frau Direktors» erlebt. Ich habe auch erlebt, wie diese Frauen von den Gästen und Mitarbeitern wahrgenommen wurden, als Frau des Direktors eben. Und meist waren diese Frauen verantwortlich für die Blumendekorationen oder überhaupt für die Dekorationen. Direktorin = Dekoration. Mhm, jaja, heute ein einfältiges Wortspiel und gestern noch Tatsache.

Aber auch die Direktorinnen haben sich ,Emanzipation sei Dank, emporgearbeitet in den Olymp des Hoteldirektoriums und führen Weltweit grosse und bedeutende Hotels. Persönlichkeiten und Frauen, die ich bewundere, wie sie all diese Dinge managen. Ich halte jedoch nichts von Bemerkungen, dass Frauen immer mehr machen müssten – in einer Zeit, in der gleich viel schliesslich genügt.


Was mich aber in Sachen Hotel-Emanzipation immer wieder irritiert, sind die Titelbilder auf Hochglanzmagazinen. Frau Direktor sitzt und Herr Direktor steht beschützend hinter ihr und da sprechen wir bereits von der neuen Generation, von den so genannt «jungen wilden Hoteliers», die nicht nur keine Kravattennadel mehr tragen, sondern todesmutig auch gar keine Kravatte mehr. Mhm, ganz schön mutig und wirklich wild. Wer es zwischen den Zeilen noch nicht gespürt hat, hier nun doch noch die direkte Variante:


Ich finde, dass Hoteldirektorinnen, die den Beruf ohne Direktor ausüben, nicht immer betonen müssen, wie schwierig es als Frau ist – das ist meines Erachtens kontraproduktiv. Sondern es einfach tun und das gut und dann müssen wir Frauen uns nicht immer wieder erklären. Egal ob Hoteldirektorin oder Managerin oder was auch immer. Und wenn Fotos, dann bitte auch hier gleichberechtigt und nicht dieses Huschidasein, als wäre man Krystle Carrington aus Denver Clan, die ohne Blake nicht mal einen Vormittag übersteht, weil das Böse lauert. Und Dekoration ist nicht per se schlecht, wir machen es schlecht und lächerlich. Ich habe die grösste Achtung vor all den Leuten, die es fertigbringen, ein Ambiente zu schaffen, ich kann es zum Beispiel nicht und ich gehöre zu den Leuten, die eine Jahresdekoration hätten – nämlich nichts.


Und Menschen, die lieber im Hintergrund arbeiten und das Sichselberpräsentieren nicht so mögen, die sind nicht einfach nur für den Spruch gut: «Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau!», sondern das sind Persönlichkeiten, die die Fäden ziehen und das Konstrukt zusammenhalten. Nicht immer Hochglanz, aber ganz schön erfolgreich.


Der musste jetzt mal raus.

50 plus und hübsch

Seit Monaten liegt ein Link in meiner Mailbox und der ist reserviert für einen fulminanten Blog. Den Link hatte ich diversen Freunden und Kollegen weitergesendet mit einer Kurznotiz von mir, die lautete: «Sollte ich Frau XY treffen, werde ich ihr mal so richtig einen währschaften Chlapf verpassen. Bei solch blöden Aussagen von Frauen über Frauen frage ich mich schon, wohin die Reise geht.»


Aber der Reihe nach.


Zufälligerweise stolperte ich über einen Bericht zu Frauen in den Wechseljahren. Ein Thema, welches mich bald betreffen wird. Soweit so gut. Dann ging Frau Artikelschreiberin näher auf Frauen über 50 ein, insbesondere wenn die Frauen auf der Suche nach einer Arbeit sind und dies eben verbunden mit den Wechseljahren. Jetzt aber!, dachte ich mir – hochexplosiv! Diese Explosivität betrifft ja nur die Frauen, klar, Männer über 50 sind die Gelassenheit in Person. Kein Druck, keine Harley, kein Golfspiel, kein Haarefärben, kein Zwicken in Rücken, Bauch, Po und weiss ich wo. Nein, nein, alles entspannt und total easy.

 

Aber die Frauen über 50 stellen eine kleine Gefahr für die Gesellschaft dar. Zurück zum Artikel. Ich zitiere die Stelle, an der es mir den Zapfen abgejagt hat:


Positiv beurteilt Frau XY, dass Frauen über fünfzig über viel Erfahrung verfügen. Oft seien Frauen in den Wechseljahren aber für andere auch irritierend. Die Hormone spielen verrückt. Die Stimmungen schwanken. Sie rät, Frauen sollen sich für sich selber hübsch machen, das mache sie in der Gesellschaft sichtbar. Will eine Frau im Beruf vorwärtskommen, muss sie bis vierzig die untersten Karrierestufen alle genommen haben. Mit Teilzeitarbeit unter 50 Prozent sei keine Führungsposition zu erreichen, sagt XY. Hat man sich für die Karriere entscheiden, dann heisst es beissen, nicht verkrampft, sondern mit Charme.

 

Jaja, so ging es mir auch, meine lieben Blogfreunde. Ungeheuerlich, unfassbar und sogar ich war sprachlos. Hübsch machen und für die Gesellschaft sichtbar werden, so einfach geht das. Ich werde mich also ab dem nächsten Jahr hübsch machen, damit ich in der Gesellschaft sichtbar werde. Sichtbar. Was bitte nützt uns eine lächerliche Hülle? Ja, die Hormone spielen verrückt, aber diese Hormone begleiten uns schon ein Leben lang und die hatten schon mit 18, 28, 38 und 48 Party. Immer ein bisschen anders, aber total verrückt. So what! Lieber verrückte Hormone als eine hübsche Gesellschaft. Hübsch ist nichts, hübsch ist affig, hübsch ist lauwarm. Verrückt ist attraktiv, ha, diese Hormone machen uns Frauen so richtig attraktiv, wir sind selten so uns selbst, wie wenn es zur Schallgrenze 50 geht. Dann geben wir so richtig Gas, als ob wir da ein Sommerkleidchen bräuchten, um in der Gesellschaft sichtbar zu sein.


Ich färbe meine Haare nicht, habe ich noch nie getan. Bin ich deswegen nicht hübsch? Es ist wie es ist, ich werde älter und die Silberfäden gehören zu mir. Und je älter ich werde, umso gelassener bin ich. Ich muss nicht mehr cool sein, das habe ich bis 28 erledigt. Aber ich geniesse dieses Zurücklehnen und ich geniesse die neue Gelassenheit – ohne hübsch.


Geben wir dem Alter oder den Wechseljahren Platz – lasst uns mit der Erfahrung spielen. Wir haben es so richtig drauf, denn wir sind Frauen und wir müssen nicht hübsch sein, um in der Gesellschaft aufzufallen schon gar nicht mit 50.

Denn, nicht vergessen, wir beissen mit Charme.

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