Dezember-Wünsche

Der Dezember ist ein bewegter Monat und ich weiss eigentlich auch nicht, weshalb in diesem Monat alles erledigt sein muss, was man ein ganzes Jahr vor sich hergeschoben hat. Da werden Mahnungen geschrieben, Essen im 2-Tages-Takt zelebriert, Beine in den Bauch gestanden in Bretterhütten und Unmengen von Glühwein in sich geschüttet. Es werden auf die Schnelle Bundesrätinnen gewählt und bitte ohne Spielchen, schliesslich ist es Dezember und wir haben jetzt nicht noch Zeit für Spielchen. Sogar die Departementswahlen werden verschoben, weil einfach die Zeit zu knapp ist und die Wochenendprogramme standen schon an. Als ich letzthin bei meiner Mutter am Tisch sass, habe ich etwas von Stress erwähnt. Da sah mich meine Mutter an und sagte mir unmissverständlich: «Ich kann es nicht mehr hören dieses Wort, ich will es auch nicht mehr hören.» Ende der Durchsage und Pause. Mir ist diese Durchsage aber sowas von eingefahren und ich werde mich hüten, vor meiner Mutter auch nur im Ansatz betreffend Stress zu jammern.

 

Der Dezember ist der Monat der Wünsche. Wir wünschen uns schöne Festtage, wir wünschen Besinnlichkeit und zu guter Letzt wünschen wir uns noch ein gutes neues Jahr und wer es ganz witzig mag «einen guten Rutsch». Und wenn wir dann fix und fertig am Ende unserer gegenseitigen Wünsche angekommen sind, kippen wir völlig ausgelaugt ins neue Jahr und schon stehen die Vorsätze an.
Ich habe in meinem kleinen schwarzen Büchlein geblättert. Ich schreibe ja sehr viel auf, so auch Wünsche und Vorsätze oder Gedanken und notiere mir manchmal die Welt so, wie ich sie gerne haben möchte.
Und dann kam einfach alles anders, als ich es mir im Dezember 2017 noch wünschte oder vorstellte. Ein Umstand, oder ein paar nicht vorhergesehene Zwischenfälle können einem auf einmal wieder auf Feld 1 stellen. Wie im Monopoly (ich werde dieses Spiel übrigens nie mehr mit meinem Bruder Alexander, Thronfolge 3, spielen – nie mehr), auf dem so genannt falschen Feld gestanden und zack wieder zurück. Somit werde ich meine Wünsche und Vorsätze aus dem Dezember 2017 einfach auf den Dezember 2018 verschieben, denn wer sagt, dass man das nicht tun kann. Zudem finde ich es gut Ziele zu haben, auch wenn sie nicht erreicht werden oder gar etwas nach hinten verschoben werden, ist doch egal. Hauptsache wir haben Ziele und Vorstellungen von unserem Leben und arbeiten daran. Und wenn wir gerade bei den Zielen sind – das Ziel ist ja das eine, aber der Weg ist eigentlich der spannendere Teil. Es ist auch nicht verboten, vom Weg abzukommen oder eine Abzweigung zu früh den Weg für einen anderen Pfad zu verlassen. Wer schreibt vor, dass wir immer genau nach der Karte gehen müssen?


Und nun also zu meinen Wünschen für das neue Jahr. Ich wünsche mir mehr Originale und weniger Kopien. Ich wünsche mir mehr Kraft, Verantwortung und Zuverlässigkeit. Ich wünsche mir ein Wort und einen Handschlag der gilt und ich wünsche mir weniger Worte dafür mehr Taten. Und diese Wünsche sollen Wünsche bleiben, denn wandle ich diese in Erwartungen um, dann ist die Enttäuschung umso grösser. Ich wünsche mir mehr Direktheit und einen kürzeren Weg zum Gegenüber und ich mag nicht immer darüber nachdenken, ob ich mit diesem direkten Weg etwas zu direkt bin. Und wenn ich diese Wünsche lese, dann muss ich auch meine Erwartungen an meine Gegenübers tiefer halten. Denn ohne den Kompromiss und ohne ein gewisses Verständnis geht es einfach nicht. Und ich muss auch nicht alles verstehen, aber vielleicht muss ich dies dann nicht so direkt sagen. Jaja, dieser Weg ist schmal und nicht ganz ohne. Aber zugegeben, der Vorsatz ist gut, oder?
Und ihr so?