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Ich kenne viele Leute, die eines haben und ich kenne auch Leute, die gerne eines hätten, sich aber nicht trauen und dann kenne ich Leute, die würden es unter keinen Umständen machen.


Letzthin habe ich mir ein Fussballspiel angesehen, Frauen EM U19. Jaja, die sind ja total unbekannt, da sagte der Kommentator: «Da liegt eine Spielerin am Boden, ich glaube es ist Geraldine Reuteler, ich bin mir nicht sicher. Ah doch, es ist Geraldine Reuteler, ich erkenne sie an ihren Tattoos am Arm.» Extrem praktisch, es braucht eigentlich keine Rückennummer mehr, man erkennt die Sportler an ihren Tattoos. Schwierig wird es bei Skirennfahrerinnen oder Skispringern oder all diese Sportler, die ihre Tattoos nicht so zeigen können.


Es gibt bei den Tattoos Modeepochen. Ich denke da an Arschgeweih, Schmetterling und so. Aber das war auch eine ganz andere Zeit des Bewusstseins, also das ist jetzt eine Interpretation von mir. Heute gibt es zu jedem Tattoo eine Geschichte und eine Bedeutung. Früher haben sich Matrosen mal den Anker stechen lassen, oder wenn es auf dem Schiff langweilig war, hat man sich diesen Anker gleich mal selber gestochen. Das Arschgeweih oder der Schmetterling hatten auch ihre Zeit und wahrscheinlich war es einfach grad extrem en vogue.
Zugegeben, es fasziniert mich und ich bin schon neugierig, was diese Tattoos bedeuten. Und als grosser David Beckham Fan weiss ich, er hat es nicht nur auf den Platz gebracht, er lebt diese Tattoos und er hat es sogar bis an den königlichen Hof geschafft. Heute gibt es sogar TV-Serien von verschiedenen Könnern ihres Fachs auf verschiedenen Kontinenten. Ja, letzthin habe ich mir bei meiner samstäglichen Bügelorgie so eine Sendung angesehen. Mandy aus den USA, ihres Zeichens eine Koryphäe am Tattoohimmel. Ich habe nicht gerade ein Loch in meine Bluse gebrannt, aber ich muss zugeben, es war sehr spannend. Mandy tätowiert heute keine Schmetterlinge oder Arschgeweihe mehr, Mandy tätowiert Storys auf die Körper. Storytelling – jaja… forever.


Ich habe einen Ex-Freund (man beachte Blog «Schlussmachen»), der arbeitet (ich gehe davon aus, er arbeitet noch dort) bei einer sehr angesehenen Firma, ja was sage ich, einem Weltkonzern. Als wir noch befreundet waren, überkam ihn der Tattoowahnsinn. Erst am Fuss, dann am Arm und dann Rücken und weiss ich wo und was alles. Alles sehr schöne und wunderbare Tattoos. Das Blöde am Ganzen ist, wenn er arbeitet, und ich gehe davon aus, während ca. 8.5 Stunden am Tag und das bei einem Weltkonzern, darf er diese Tattoos nicht zeigen. Das ist schon sehr schade, geht man davon aus, dieser Weltkonzern hat beim Eingang eine Kamera, schliesslich muss man bei einem Weltkonzern wissen, wer da so ein und aus geht. Und geht man davon aus, dass auch er einchecken, schreib einstempeln muss, obschon er für einen Weltkonzern arbeitet, frage ich mich aus Gründen der Zeitersparnis: Dürfte er seine Tattoos zeigen, dann wüsste man sofort «aaah, das ist der XY, ich erkenne ihn an seinen Tattoos».
Warum dürfen eigentlich Mitarbeiter bei Weltkonzernen, Banken und so ihre Tattoos nicht zeigen? Wie wäre es wohl, wenn sich die Mitarbeiter das Firmenlogo stechen lassen würden? Also schliesslich tätowieren sich bekannte Schauspielerinnen auch die Namen ihrer Kinder auf den Arm oder Bauch oder wo auch immer. Jaja, es ist nicht das gleiche, aber warum nun eigentlich? Kann mir das bitte mal jemand sagen?


Und ich? Ich bin nackt. Ehrlich gesagt habe ich Schiss vor dem Schmerz. Ah da bin ich ein Sensibelchen und eine ganz feige Tante. Und zudem wüsste ich nicht, was ich denn gerne auf meiner Haut hätte. Ich glaube, ich bin da jetzt wirklich einfach zu alt dafür. Jede Zeit hat ihren Platz… jedem Alter seine Geschichte… forever…