Mobility, ja aber.....

Das System Mobility finde ich an sich ja gut. ABER ich weiss einfach nicht so genau ob es gut ist, wenn Leute, die an sich schon selten fahren, mit einem Auto fahren, das sie nicht kennen. Wenn ich nämlich ein Mietauto fahre, muss ich mich erst mal in den ersten paar hundert Kilometern daran gewöhnen, die Knöpfe checken, wo und wie funktionieren Licht, Scheibenwischer, Navigerät und all die technischen Finessen. Abgesehen davon muss ich zugeben, dass ich ab und zu sogar in meinem Auto einen neuen Knopf entdecke und mein Auto fahre ich ja schon länger.


Diese Mobility Community ist mir suspekt. Früher wohnte ich gegenüber von drei Mobility Parkplätzen oder Abholplätzen oder was weiss ich, wie die heissen. Diese Manöver waren dermassen gefährlich und manchmal habe ich mich gefragt ob sich da irgendwo eine versteckte Kamera befindet. Der Rückwärtsgang zum Beispiel war so ein Thema. Ich habe mal einen Mann beobachtet, der war mittlerweile so nahe an der Wand, dass er das Auto zurückschieben musste, nur weil dieser Löli nicht wusste, wie man den Rückwärtsgang eines Renaults reinwürgt. Oder wenn sie es dann geschafft haben auf die Strasse zu fahren, wurde ich Zeugin eines hüpfenden Autos. Und all dies notabene nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter, wo es einfach extrem gefährlich ist, wenn man sein Auto nicht kennt. Und diese Tankstellenmanöver, unglaublich! Falsche Seite, dann wieder nach hinten und man weiss nicht wie abdrehen und es wird immer schlimmer und immer peinlicher. Und dann in aller Verzweiflung wieder hüpfend davonfahren. Ich habe das mal versucht, hüpfend zu fahren – es geht nicht, aber Mobility-Fahrer beherrschen es.


Ist ja auch so ein Stadtzeugs, naja, vielleicht noch ein bisschen Agglo. Im Berner Oberland kommt niemand auf die Idee Mobility zu fahren, da löst man mit 18 Jahren den Schein und gut ist.


Ich kenne aus meinem Bekannten- und Freundeskreis drei Mobility-Fahrer. Sorry Leute, aber ich würde bei euch niemals einsteigen. Niemals. Ihr seid ganz feine Leute, aber Autofahren ist nicht euer Ding – und Mobility ist Gift. Ihr seid einfach nicht gemacht für die Strassen und glaubt mir, mit Mobility wird es einfach nicht besser. Ruft mich an, ich fahre euch, aber tut es nicht selber, b i t t e.


Es gibt – wie schon so oft – noch eine Steigerung. Kürzlich bin ich durch die Stadt gefahren. Vor mir: ein Mobility-LERNFAHRER. Also das war vielleicht eine Nummer für sich. Auch so ein Stadtzeugs, da kann ich mich wirklich aufregen. Fährt diese Pumpe (sorry, war wirklich so) in der Rushhour durch die Stadt und ich habe nur auf den Knall gewartet. Aber er hatte die ganze Aufmerksamkeit, denn alle rundherum haben aufgepasst und der vor ihm hat zum Glück nichts bemerkt.
Als ich meinen Lernfahrausweis hatte, fuhren Mutter Anita und ich auf den Flugplatz von Zweisimmen und wir drehten die eine oder andere Runde. Das war am Samstag. Am Sonntag fuhr Bruder Michael vor und überliess mir mit einem unsäglichen Vertrauen das Steuer. Wir fuhren zusammen an die Lenk, auf Höhe St. Stephan kam uns der Schneepflug entgegen, notabene auf meiner Seite. Michael meinte in stoischer Ruhe: «Du musst ein bisschen abbremsen und dann abwarten was passiert, kommt schon gut.» Ich habe Blut geschwitzt, bin beinahe in Panik geraten, doch zum Glück hatten wir das Auto meiner Mutter, so wusste ich auch, wie das in etwa funktioniert. Und so war es dann auch, ein bisschen abbremsen. NICHT hüpfen.


So geht das.