BeAMTe

Wie so oft im Leben hat man es immer wieder mal mit einem Amt zu tun. So auch ich. Die Webseiten erleichtern einem vieles, aber ich gehöre zu den Leuten, die gerne mal telefonisch eine Auskunft einholen und sich so absichern. Schliesslich will man die Dokumente ja nicht mehrmals hin und her senden. Erst einmal möchte ich vorabschicken: Bei den meisten dieser Ämter wurde mir freundlich und zuvorkommend Auskunft gegeben und meine Fragen wurden auch grösstenteils kompetent beantwortet. Bei einem Amt hatte ich eine Frage zum Verlauf einer Bewilligung bzw. ich musste nachfragen wie es sich verhält, wenn man eine Umschreibung (Patentinhaber) organisieren will. Ich wurde von der netten Empfangsdame weitergereicht.

 

Dann kam der Herr vom Amt (HvA).
Ich brachte also mein Anliegen freundlich vor und fragte ihn, ob diese eine Bewilligung dann automatisch auf den neuen Patentinhaber wechseln würde. Antwort von HvA: «Wie jetzt? Meinen Sie, die Unterlagen werden vom Roboter vorbeigebracht und es erledige sich von selber?»
Stille – und ich gebe zu, ich musste mich dermassen zusammennehmen um nicht ins gleiche, dämliche Fahrwasser zu geraten. Ich blieb höflich, wenn auch etwas gepresst.


Gerade in meiner offiziellen Berufsbranche, in der Hotellerie und Gastronomie, stelle man sich folgende Situation vor. Der Gast gibt seine Bestellung auf und dann folgt noch ein Zusatzfrage wie: «Gibt es noch extra Milch zum Kaffee?» Die oder der Servicemitarbeiter/in erwidert leicht genervt: «Wie jetzt? Meinen Sie der Roboter bringt Ihnen die Milch?» Ha! Da möchte ich mal all die Ausführungen und Bewertungen auf TripAdvisor lesen und die Leserbriefe, dass in Österreich so etwas nie passieren würde undundund. Und vor allem möchte ich einmal das Gesicht von HvA sehen, wenn man ihm eine solche Antwort geben würde!
In meinem Freundes- und Kollegenkreis kenne ich einige, die einem Amt angeschlossen sind und die bekommen ehrlich gesagt oft Fett ab von mir. Und ich weiss auch, dass es nicht leicht ist, den Amtsschimmel durchzusetzen und dafür gerade zu stehen. Was mich aber bei der Antwort von HvA genervt hat, ist die Macht. Und ich bin ohnmächtig dieser Macht ausgesetzt und wenn ich mich provozieren lasse und mich ins gleiche Fahrwasser setze riskiere ich, dass ich Opfer dieser Macht werde. Und im schlimmsten Fall würde mir vielleicht diese Bewilligung verwehrt. Zudem handle ich ja nicht als Privatperson, also würde meinem Arbeitgeber oder dem Unternehmen Schaden zugefügt.


Jeder hat mal einen schlechten Tag und vielleicht hatte HvA diesen gerade an mir ausgelassen. Vielleicht hat er sich auch in der Kaffeeküche damit in Szene gesetzt, was er doch für ein Scherzkeks sei und wie er es dieser Sekredüse gesagt habe. Vielleicht hat er sich aber auch nichts anmerken lassen, nur innerlich gejubelt, dass auch ER es endlich geschafft hat, mal jemandem eine blöde Antwort zu geben. Ich möchte jedoch festhalten, dass die Frage nicht so blöd war, wie die Antwort von HvA.


Mal so unter uns: Auch schon mal Lust verspürt, es so richtig drauf ankommen zu lassen, einmal einem solchen Beamten so richtig die Meinung zu geigen und sich auf einen Roboter-Schlagabtausch einzulassen? Nein? Ha, Bubis. Wenn ich nicht dieser Ohnmacht ausgesetzt wäre, dann wären die Pferde schon lange mit mir durchgegangen.


Aber so was von!

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