HOCHzeiten

Die Jahreszeit der Hochzeiten steht vor der Türe, denn angeblich sind August und September die beliebtesten Monate dafür. Und nun nehme ich mein Herz in beide Hände und wage mich mit dem heutigen Blog aufs Glatteis. Ich kann es nur noch toppen, indem ich über Kinder schreibe. Das tue ich mir (noch) nicht an.


Also: Ich, unverheiratet, schreibe über Hochzeiten, Vermählungen, standesamtliche Trauungen, Hochzeitfotos und... nein, die Hochzeitsnacht lasse ich weg. Ich möchte aufgrund der Monatsaktualität einfach meine Eindrücke schildern und wie ich sie so erlebe, die Hochzeiten. Das Thema steht schon lange auf meiner Liste und meine Finger tanzen schon vorfreudig über die Tastatur.


Zu meiner Verteidigung möchte ich sagen, dass ich schon oft zu Hochzeiten eingeladen war und ich habe während meiner aktiven Hotelzeit viele Hochzeiten erlebt, unter anderem in beliebten Hochzeitshotels. Aber nun mal der Reihe nach.
Beginnen wir mit doch mit dem Polterabend. Ach, da streifen sie wieder durch die Stadt und ich gehöre immer zu der Sorte Mensch, die angesprochen wird. Dann kaufe ich halt für fünf Stutz so ein Zeugs, das ich nicht will und nicht brauche. Und ja, ich sage auch unwahrheitsgemäss, dass ich den Mann, der auf dem T-Shirt der Braut prangt, ebenfalls heiraten würde. Voilà, schon zaubere ich ein glückseliges Lächeln auf das Gesicht der Braut. Und dann wehe, wenn sie losgelassen werden nach genügend Prosecco im Rosengarten, ai ai ai. Da habe ich schon Mädelsabende in einem unsäglichen Ausmass miterlebt. Vom Polterabend der Herren schreibe ich aus Mangel an Erfahrung und Beweisen nicht.


Das Standesamt. Die Zeremonie ist ja immer ähnlich oder gleich, man geht ja schliesslich aufs Amt. Wäre ich Standesbeamtin, könnte ich wahrscheinlich eine Bemerkung nicht mehr hören, jaja, genau die, wie man den Namen richtig schreibt.


Und nun komme ich zu einem Thema, auf das ich mich schon seit Anfang dieses Blogs freue: Hochzeitsfrisuren und Hochzeitsfotos!
Hand aufs Herz... und ich weiss, mein Coiffeur liest meinen Blog… ich sag’s ja, diese Zeilen sind das pure Eisfeld und ich zibberle drüber hinweg, von Bande zu Bande... Aber eben, Hand aufs Herz: diese Frisuren! Diese Löckli oder diese Wellen, nur für diesen einen Tag. Zur Krönung vielleicht noch einen Blumenkranz oder der Schleier? Klar, Ausführende (Coiffeure und so) machen nur das, was ihnen aufgetragen wird. Spürt Ihr mich? Jaja, diese Frauen sehen dann etwas unnatürlich aus, so, wie man sie nicht kennt. Das finde ich irgendwie schade. Es wäre in etwa so, wie wenn ich zu meiner Hochzeit mit einer Hochsteckfrisur und einem Diadem antanzen würde.


Das Blog-Filet-Stück zum Schluss. Die Hochzeitsfotos. Meine Topplatzierung unter den Sujets ist der Baum. Ja, wenn die Braut und der Bräutigam einen Baum umarmen. Ich kenne die Symbolik schon, aber warum bloss gerade am Hochzeitstag? Oder der: Die Braut sitzt auf einer Magerwiese, das Kleid schön drapiert und der Bräutigam stellt sich beschützend hinter sie. Sie sitzt im schönen, weissen Kleid auf der Wiese und der Mann steht mit beiden Schuhen auf der Wiese. Ich möchte diese Szene in fünf Jahren mit Kindern und Picknick noch einmal sehen. Oder zum Schluss: Wenn sie so tun, als würden sie unbeschwert eine Wiese runter hüpfen, die Hände oben und so glücklich lachend, wie damals die Töchter von der Serie «Unsere kleine Farm». So unschuldig, so leicht. Ahhh schön, traumhaft.


Ich bin im September zu einer Hochzeit eingeladen und ich freue mich diebisch auf diesen Tag. Inspiration pur! Denn dieser Blog war nur Teil 1 – Teil 2 folgt, ich verspreche es.


Und noch ganz unter uns, ich persönlich bin ein grosser Fan von royalen Hochzeiten. Vor allem mit den Kommentaren der Adelsexperten. Das sind die, die so tun, als wären sie quasi Familienmitglieder. Und ich bin eine Hochzeitsexpertin und tue so, als hätte ich schon zwei Mal geheiratet – und kann es immer noch nicht.


So geht das.

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Kommentare: 2
  • #1

    Susanne Maurer (Freitag, 26 August 2016 23:13)

    Ich freue mich schon auf deine Hochsteckfrisur

  • #2

    Reto Müller (Donnerstag, 01 September 2016 11:07)

    Die Bilder von Jungfrauen auf Magerwiesen erinnert mich an Märthyrer im heiligen Krieg. Die kriegen allerdings
    (ganz im Gegensatz zu unserer westlich geprägten Kultur) 72 Jungfrauen. Logischerweise reist dies einen heiligen Krieg vom Zaun.